KI-gestützte Mengenermittlung aus Bauplan-PDFs, entwickelt für ein Bauunternehmen. Eine Webanwendung, die Wandflächen, Wandtypen und Mengenangaben aus Grundrissen extrahiert und für die Angebotskalkulation aufbereitet.
Zeitraum
3 Wochen Umsetzung.
Branche
Baugewerbe, Bauleistungen.
Herausforderung
Manuelle Mengenermittlung aus Bauplänen als Engpass im Angebotsprozess. Rund 4 Stunden Bearbeitungszeit pro Angebot, 100 bis 120 Angebote pro Jahr.
Lösung
KI-gestützte Webanwendung mit Hybrid-Ansatz aus Vektor-Extraktion und KI-Bildanalyse. Automatische Erkennung von Wandtypen, Wandflächen und Mengenangaben aus Grundriss-PDFs.
Ergebnis
10 bis 40 Minuten pro Objekt statt vorher mindestens 4 Stunden. 93 Prozent Erfolgsquote in der Mengenermittlung. Nur minimale Nacharbeit nötig.
Wenn ein Bauunternehmen eine Anfrage von einem Architekten oder Planungsbüro erhält, beginnt ein zeitintensiver, fachlich anspruchsvoller Prozess. Ein erfahrener Mitarbeiter analysiert den Bauplan manuell: ausdrucken, nachmessen, Schraffuren und Maßketten interpretieren. Daraus werden alle relevanten Mengenangaben abgeleitet:
Diese Werte werden anschließend manuell in die Angebotssoftware übertragen, um ein Angebot zu kalkulieren. Der Prozess setzt tiefes Fachwissen voraus, das nicht jeder Mitarbeiter mitbringt. Das schafft Engpässe, begrenzt die Skalierbarkeit und macht das Unternehmen abhängig von einzelnen Personen.
Besonders problematisch: Der gesamte Aufwand entsteht, bevor feststeht, ob der Auftrag überhaupt erteilt wird. Und er wiederholt sich bei jedem Änderungswunsch des Kunden. Ein echter Zeitfresser. Kunden erwarten parallel schnell konkrete Zahlen.
Beim Kunden, der dieses Projekt mit uns angestoßen hat, fielen pro Jahr 100 bis 120 Angebote an, mit einem durchschnittlichen Aufwand von rund vier Stunden pro Angebot allein für die Mengenermittlung.

Nach dem Upload eines Grundriss-PDFs sollte das System automatisch Wandtypen und Flächendämmung erkennen und einen strukturierten Angebotsvorschlag generieren. Zentral war die Anforderung, dass die KI-Bauplan-Analyse einen nachvollziehbaren Rechenweg liefert, den der zuständige Mitarbeiter einsehen, bearbeiten und korrigieren kann. Konkret hieß das:
Einzelne Wände direkt im Interface markieren und bearbeiten
Kalkulationen je Wandtyp einsehen
Parameter durch den Nutzer anpassen können
Wir haben in einer ersten Phase einen Proof of Concept entwickelt mit folgendem Funktionsumfang:
Die technische Umsetzung basiert auf einem Hybrid-Ansatz. Vektorbasierte PDF-Extraktion ist deterministisch, schnell und liefert hohe Präzision bei CAD-Exporten. Sie wird kombiniert mit KI-gestützter Bildanalyse und OCR als Fallback für nicht-standardisierte Pläne. Je nach Qualität und Format des Eingabedokuments werden unterschiedliche Erkennungsqualitäten erreicht, mit besonders guten Ergebnissen bei standardisierten digitalen Plänen.

4 h → 10 Min
pro Angebot
93 %
Erfolgsquote im Test
3 Wochen
von Start bis Produktivbetrieb
Die Anwendung im Detail
Der Workflow ist so aufgebaut, dass der Nutzer die KI-Ergebnisse in jedem Schritt kontrollieren kann. Keine Black Box.
Ein Grundriss-PDF wird in die Anwendung gezogen oder ausgewählt. Mehrere Dateien gleichzeitig sind möglich, bis 100 MB pro Datei.

Auf der Plan-Übersicht zeichnet der Nutzer Rechtecke um die einzelnen Geschosse: Untergeschoss, Erdgeschoss, 1. OG und so weiter. Damit weiß die KI, was wohin gehört.

Die KI erkennt Wände, generiert Vorschaubilder, liest Massketten aus, berechnet die Bodenplatte und ordnet Materialien zu. Pro Plan dauert das wenige Minuten

Die Ergebnisansicht zeigt die erkannten Wände pro Geschoss, mit Wandstärke, Material und Fläche. Konstruktions-Grundfläche, Wandlänge, Innen- und Außenwände werden zusammengefasst.
Im Bearbeitungsmodus lassen sich Wände nachzeichnen, Wandstärken anpassen, Materialien ändern. Was die KI nicht eindeutig klassifizieren konnte, kann der Mitarbeiter selbst zuordnen.
Die fertige Mengenermittlung wird exportiert und in die Angebotssoftware übernommen.
Die Anwendung wurde in 3 Wochen entwickelt und produktiv gesetzt. Eine Woche explorativ für die Technologieevaluation, zwei Wochen bis zur fertigen, nutzbaren Anwendung.
Der Workflow ist vollständig abgedeckt, vom Upload des Bauplans über die automatische Analyse und die manuelle Vervollständigung verbleibender Lücken bis zum Export der Mengenermittlung für die Angebotssoftware.
Ein wesentlicher Nebeneffekt: Das Fachwissen, das bisher nur einzelnen erfahrenen Mitarbeitenden zugänglich war, wird durch die Anwendung systematisiert und im Team handhabbar.
„Ich wollte prüfen, ob sich der aktuelle Angebotsprozess mit Hilfe einer KI deutlich vereinfachen lässt. Aktuell sind das rund 100 bis 120 Angebote pro Jahr mit einem Aufwand von etwa 4 Stunden pro Angebot. Das Ergebnis übertrifft meine Erwartungen und wurde seitdem sofort genutzt."
Geschäftsführer des Bauunternehmens
Eine spitze Lösung für ein konkretes Problem
Die Anwendung tut eine Sache und tut sie gut. Im Unterschied zu großen SaaS-Plattformen, von denen typischerweise nur ein Bruchteil der Funktionen tatsächlich genutzt wird, deckt diese Lösung exakt den Schmerzpunkt ab, der das Tagesgeschäft am meisten kostet. Keine Lizenzkosten für ungenutzte Module. Kein Schulungsaufwand für Funktionen, die niemand braucht.
Das Prinzip lässt sich auf andere konkrete Probleme im Bau und darüber hinaus übertragen. Überall dort, wo unstrukturierte Dokumente zu strukturierten, prüfbaren Werten werden müssen.
Wir sehen viele Konstellationen, in denen sich diese Art von Lösung trägt.
Bauunternehmen mit hoher Angebotsdichte
Wenn pro Jahr 50, 100, 200 Angebote gerechnet werden müssen und die Mengenermittlung jeweils Stunden bindet, lohnt sich Automation in jedem Fall. Mit jeder Stunde, die durch die KI-Bauplan-Analyse frei wird, gewinnt das Unternehmen Kapazität für mehr Angebote oder andere Aufgaben.
Wachsende Betriebe mit Fachkräfte-Engpass
Wenn das Mengenermittlungs-Wissen an einer oder zwei erfahrenen Personen hängt, wird daraus schnell ein Skalierungs- oder Nachfolge-Risiko. Die Anwendung systematisiert das Wissen und macht es im Team verfügbar, auch für Mitarbeiter ohne tiefe Fachausbildung.
Wiederkehrende Dokumentenarbeit
Das Prinzip funktioniert über das Baugewerbe hinaus in vielen anderen Branchen. Überall dort, wo Dokumente regelmäßig manuell ausgewertet werden, um daraus prüfbare Werte zu ziehen, lohnt sich Automation. Die konkreten Inhalte ändern sich, der Engpass bleibt.